Eva Harut tritt die Kunstwelt mit einer Reihe ganz auf den Kopf konzentrierter Bildnisse hervor. Durch ihre vitale Präsenz, ihren unverwandten
Blick scheinen manche von ihnen fast den Bildrahmen zu sprengen. Sie leben von verschiedenen Farben. Dabei tritt das Individuelle der jeweiligen Persönlichkeit in den breiten schwarzen
Pinselstrichen hervor, mit denen die Malerin Kopfformen umreißt sowie Brauen, Nase, Mund und Ohrschmuck bezeichnet. Durch die oberste weiße, durchscheinende Malschicht wird ihr Charakter als
Bild, als zweidimensionale Vorstellung eines Menschen bekräftigt: das jeweilige Antlitz wird trotz individueller Eigenheiten damit ins Überpersönliche gehoben. Die Betonung von großen Augen oder
langem Hals tragen zu diesem idealisierten Eindruck bei.
Zu ihrer Malweise betont Eva Harut: „..Unzählige Beobachtungen der Natur, Gespräche mit verschiedenen Menschen aus verschiedenen Ländern, die
Reisen, Tiefseetauchgänge in Bewusst und Unbewusst vertiefen und verbreitern meine Kenntnisse und spiegeln [...] meine
Seelenwelt in meiner Kunst. Eine Künstlerin zu sein ist kein Beruf für mich, sondern meine
Lebensweise.“
Kunsthistorikerin Dr. phil. Anke Fröhlich- Schauseil